Der letzte Schritt ist gegangen.
Seit gestern lebe ich mit den Kids allein in meinem Haus. Es fehlt nur noch der Gang zum Notar.
Meine Gefühlslage über die Feiertage war euphorisch-melancholisch. Heilig Abend verbrachten wir zusammen mit meiner Mum, nach dem üblichen Rebellengezetere, dass er dieses scheinheilige Fest oberspießig und für`n Arsch findet. Ich war seltsam ruhig und habe es an mir abperlen lassen und als er kurz vor Abendessen ankam und meinte "Na ja, wenn du jetzt so viel gekocht hast, bleib ich halt da", musste ich grinsen und hab ihm wortlos einen Teller hingestellt.
Tochter war erstaunlicherweise entspannt und gut drauf und die befürchtete Endzeitstimmung blieb aus.
Am ersten Weihnachtsfeiertag war Familienessen exmannseits angesagt und es war ein unbeschreibliches Gefühl mit ihm (zufällig) das Haus zu verlassen, die Kinder in der Mitte zwischen uns, er stieg mit ihnen in sein Auto, ich allein in meins .... ich mit dem erhebenden Gefühl, dass dieser Tag nun mir ganz allein gehört und ich mich nicht mit unliebsamen Menschen in einem überfüllten Gasthaus herumschlagen und gute Miene zum bösen Spiel machen muss. Yeah! Freiheit pur!
Ich war bei meiner Mum zum Essen eingeladen und bei meiner Ankunft nahm sie mich mitleidsvoll in den Arm, bis ich sagte "Hey, mir geht`s gut! Wirklich gut!"
Um 15 Uhr verließ ich meine Mutter wieder und hey, ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals den ersten Weihnachtstag zur freien Verfügung hatte!
Habe ich voll genutzt, aber das erzähle ich, wenn die Zeit reif dafür ist.
Am 2. Weihnachtstag fuhr Exmann zu Almheidi und erstaunlicherweise wollte Tochter mit. Versetzte mir, ehrlich gesagt, schon einen kleinen Stich, was ich aber überspielte. Ich hatte das Gefühl, dass sie während des Countdowns wirklich jede Minute mit ihrem Vater noch nutzen wollte.
Die Jungs verschwanden zu X-Mas-Parties, der Rebell stellte mir seine neue Freundin (3 Jahre älter, mit fahrbarem Untersatz) vor und ich spürte den Drang nach Veränderung in Form von Möbel umstellen.
Schon immer wollte ich mein kleines Sofa, welches (zusätzlich) unnütz in der hintersten Ecke im Wohnzimmer steht als Küchensofa nutzen. Mit Mithilfe habe ich das in Angriff genommen:
Ich liebe es!
Und ganz nebenbei ist unsere Sitzordnung durcheinandergerüttelt und so blöd sich das jetzt anhört: Papa`s Platz wirkt nicht mehr wie ein leergewordenes Mahnmahl.
Die Zeichen auf völligen Neuanfang.
Der Umzug gestern ging relativ ruhig vonstatten, da er schon vieles im Voraus weggeschafft hatte.
Die Jungs halfen ihm, ich blieb oben in meiner Wohnung und nach drei Lieferwagenladungen war es geschafft.
Natürlich saß die halbe Nachbarschaft an ihren Fenstern. Da mache ich mich auf einen neuerlichen letzten Flashmob gefasst und dann ist das Ding tratschmäßig hoffentlich endlich ausgestanden.
Als Exmann gehen wollte, bin ich runter und wollte mich verabschieden (ich musste "zufällig" sowieso zu der Wäsche in den Keller). Ich meine, nach immerhin 25 Jahren gehört es sich schon, dass man sich verabschiedet und alles Gute wünscht.
Ich spürte, dass seine Euphorie gespielt war und er kam nicht umhin mir nochmals hinzulatzen, dass ich ja jetzt prima saniert bin und mir von seinem Unterhalt (er zahlt den Mindestsatz für die beiden Jüngsten; ich bekam und wollte nie etwas) ein schönes Leben machen kann.
Er hat nichts verstanden und wird wohl für alle Zeiten seinen Tunnelblick behalten.
Niemals mehr will ich einen nicht-über-den-Tellerrand-gucken-Könner.
Nie nie mehr!
Trotz allem , und wenn ich versuche mich in seine Welt hineinzudenken, es ist hammerhart für ihn nun in einer kleinen Mietwohnung, ohne die Kinder, leben zu müssen.
Alles Weitere wird man nun sehen, aber als gestern die Tür das letzte Mal in`s Schloss fiel ..... das ging durch und durch.

Herzlichen Glückwunsch zu deiner Freiheit!
AntwortenLöschenIch danke dir!
LöschenDu weisst so gut wie keine, was es bedeutet...
kein Mitleid mit ihm, er hat auch keines mit dir. Punkt.
AntwortenLöschenHerzlichen Glückwunsch und willkommen in deinem neuen Leben :-)
Ich geb mir Mühe ;-)
LöschenDanke!
Happy New Year!
AntwortenLöschenDir auch !
Löschen2014 wird gut! Ganz bestimmt.
Mitleid nein, Verständnis ja.. irgendwann. Jetzt bist DU dran :-) Genieß es! Such dir einen guten Mieter, damit das mit den Kosten tragbar ist, freu dich am Leben und feier schön Silvester. Liebe Grüße und alles Gute für 2014!
AntwortenLöschenVielen Dank, Frau Vau!
LöschenJa, ich kann endlich durchatmen. Das spüre ich schon nach zwei Tagen.
Ich wünsche Ihnen von Herzen einen guten Start in die wiedergewonnene Freiheit! Machen Sie etwas daraus...!
AntwortenLöschenWorauf Sie sich verlassen können!
LöschenDanke!
Komm gut rüber, auf das Ihr zur Ruhe kommt und es bergauf geht.
AntwortenLöschenDanke, Goldi!
LöschenIch spüre gerade Bärenkräfte in mir ;-)
Ich sags ja, getrennte Schlafzimmer!!!
AntwortenLöschenWir sind seit 42 Jahren zusammen und vögeln immer noch, daß die Schwarte kracht.
Genieß das neue "Zeitalter". Und einen guten Rutsch wünsch ich DIr.
AntwortenLöschenDas werde ich.
LöschenIch danke dir!