Was soll ich hier über Ex-ist-endlich-weg und den leeren-Kühlschrank-nach Weihnachten posten, wenn es etwas viel Schöneres gibt:
I`m in love...
Und nein, es ist kein Hilfe!-Ich-hab-Jahresendzeitpanik-Verliebtsein.
Es ist auch nicht von gestern auf heute passiert. Es ist zu einer Zeit passiert, in der ich viel Ärger um die Ohren und eigentlich gar keinen Kopf für Gefühlsduseleien hatte.
Und es ist zu einer Zeit passiert, in der mir klar wurde, was ich will und vor allem nicht will: Ich will nicht das Gefühl von Austauschbarkeit spüren. Ich will spüren, dass es ihm um mich geht. Und genau das lässt er mich mit jeder Faser spüren.
Das erste Mal gesehen haben wir uns im Sommer, ganz banal beim Einkaufen. Zwischen Bananen und Biokarotten. Frau Lilly, frisch geschieden, getrennt und operiert. Nicht gerade die Ausgeburt an Esprit aber still alive. Und er? Nicht gerade in der besten Phase seines Lebens, Trennung nach zehnjähriger Beziehung und Halt suchend an Hochprozentigem.
Dolle Wurst und beste Voraussetzungen für eine Lovestory, höre ich jetzt alle mahnen. Zwei Ertrinkende, die sich aneinander festhalten...
Was ich jetzt schreibe, geschieht mit Wissen von ihm und ich habe es blogtechnisch unter dem Deckel gehalten, weil mich jeder für verrückt erklärt hätte, wenn ich zum ganzen Scheidungs-, Hausdrama noch von meinem ereignisreichen Sommer geschrieben hätte: Vom Zelten am Lagerfeuer am Waldrand, vom Gefühl viel Versäumtes nachzuholen, von seinen phantastischen Kochsessions, von seinem Mut offen zu mir zu sein und seiner Gabe Gefühle mitzuteilen. Von seiner unkonventionellen Art und der Tatsache nicht auf jeden Zug aufzuspringen, nur weil es andere tun.
Und andererseits klopfte meine Vergangenheit wieder bei mir an. Durch die Problematik wurde mir die Konfrontation mit dem Thema "Alkohol", besonders im Zusammenhang mit meinem suchtkranken Vater wieder gegenwärtig. Mehr als mir lieb war. Ich war total überfordert, denn ich brauchte einen klaren Kopf für die Klärung der Hausübernahme. Ich sah mich nicht imstande einem Mann Halt zu geben, der zusehends abrutschte und für nichts mehr zugänglich war. Um es auf den Punkt zu bringen: Mein Selbstschutz haute rein.
Irgendwie habe ich es psychisch geschafft ihm meine Hilfe nur in dem Punkt anzubieten, ihn in die passende Entzugsklinik zu bringen. Kein Verdecken und Verstecken, kein Mittragen des Untragbaren.
So ist es dann geschehen: Ich habe ihn kurz vor knapp in mein Auto verfrachtet und ihn in die Klinik gefahren, wo er fast einen Monat blieb und zwischenzeitlich trocken ist.
Richtig scheixxe habe ich mich dabei gefühlt, aber ich wusste, dass es nicht anders geht, wenn ich mich nicht verlieren wollte.
Böse Stimmen werden jetzt hochpsychologisch kontern, dass ich wohl co-abhängig bin und am Mutter-Teresa-Syndrom leide. Dass ich durch meinen alkoholkranken Vater traumatisiert bin und es mein innerster Drang ist, das Drama immer wieder zu durchleben, um irgendwann die Erleuchtung im Rotweinnirwana erleben zu wollen.
Pfeif ich drauf! Mein Bauch sagt mir, dass ich es wagen soll.
Dass ich mit ihm da durchgehe, wenn er seine Langzeittherapie antritt. Wir reden sehr offen darüber, was ich kann und was nicht - und wo meine Grenzen sind.
Einfach wird es nicht, aber war es die letzten Jahre einfach für mich?
Momentan erlebe ich eine verdammt schöne Zeit. Gefühlsintensiv wie noch nie im Leben.
Ich liebe und fühle mich geliebt. So wie ich bin - und gerade deshalb.
Lieben Gruß von der verliebten Chaosexpertin ;-)
Ach Lilly...
AntwortenLöschenWas soll ich sagen, mach was dir gut tut, aber es muss dir auch gut tun....
Liebe ist manchmal eine Bitch!
Zur Zeit tut es sehr gut.
LöschenAlles andere wird sich zeigen.
Und ja, Liebe pfeift manchmal auf Vernunft...
Keep going!
AntwortenLöschen...und nichts anderes!
LöschenWenn er Sie glücklich (nicht zufrieden!) macht, ist es gut, allerdings wünsche ich Ihnen schon einen durch und durch 'stabilen' Mann,... psychisch und physisch! Wie auch immer, alles Liebe und Gute Ihnen beiden!
AntwortenLöschenDas wünsche ich mir auch.
LöschenIch werde auf mich aufpassen und ich fühle mich stark genug eine eventuelle Enttäuschung zu verarbeiten.
Da mich die Problematik Zeit meines Lebens begleitet (was allerdings aus Selbstschutzgründen mit jahrelangem Kontaktabbruch zu meinem Vater endete), traue ich mir zu damit umgehen zu können.
Glückliche, aber keine blauäuigigen Grüße,
Lilly
Wenn es sich gut anfühlt.....Pfeif drauf und versuche es. Genießt eine tolle Zeit *daumendrück*
AntwortenLöschenWer nicht versucht hat schon verloren ... ;-)
LöschenDanke.
So lange es dir dabei gut geht, ist es doch in Ordnung. Und so lange dir dass ein Bauch auch sagt.
AntwortenLöschenSo sehe ich das auch.
LöschenWenn er so stark ist, einen Entzug zu machen und auch eine Therapie, dann ist er auch stark genug für dich.
AntwortenLöschenPass nur auf, dass du, wenn er doch rückfällig werden sollte, rechtzeitig die Reißleine ziehst. Aber das Problem kennst du ja.
Ich wünsche dir und deinem neuen Partner sowie auch deinen Kindern ein wunderbares Jahr 2014! Und ich freu mich für dich! :-)
Alles Liebe!
Guten Rutsch und Daumendrück!!!
AntwortenLöschenWooohooooo! Happy New Year, Missssssssophie!!!
AntwortenLöschenLG Eva
Hör nicht auf die Stimmen! Mach dein Ding. Das Leben ist kurz.
AntwortenLöschenDas Wort co- Abhängigkeit wäre wohl eher zu gebrauchen, hätten Sie ihn nicht zu einer Therapie überredet. Insofern: Love is the answer!
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