Samstag, 22. Februar 2014

Ich bin alterslos....

oder: Alter ist eine Frage der (Spiegel-)Einstellung mein Vergößerungsspiegel guckt immer die Badfliesen an, weil jedes Lachfältchen zum Monster mutiert.


Gestern:
Frau W., betagte Endachtziger, als ich ihr den koffeinfreien Kaffee servierte:
"Du bist doch derselbe Jahrgang wie ich. Stell dir vor, die Müller Erna aus unserem Jahrgang ist gestorben. Ging ganz schnell. Noch keine  90 war sie."

*SCHLUCK*
Ich meine, um die Erna tut`s mir ja leid, aber, ey!, seh ich so schrumpelig aus?
Oder soll ich mich freuen, dass ich mich für meine 89 Jahre so gut gehalten habe?


Heute die Wiedergutmachung:
Im örtlichen Frauensuchtcenter (Drogeriemarkt) bietet mir eine Vetreterin des örtlichen Klatschblattes ein dreiwöchiges Probeabo ohne Kündigungsfrist an.
Nachdem ich klarstelle, dass ich keinen Nerv für Kündigungen und eingehende "Wollen sie nicht noch länger"-Anrufe habe, kommen wir im Gespräch auf das Thema Kinder.

Die Dame will mir Malblöcke und Buntstifte als Geschenk "für die lieben Kleinen" mitgeben.
Als ich mich freundlich bedanke und anmerke, dass ein 22-Jähriger die nicht mehr braucht, entweicht ihr ein:
"Was??? Sie haben schon so große Kinder? Na, sie haben sich aber gut gehalten!"

Ja, was denn nun?
Wenn ich nun den bundesdeutschen Mittelwert ausrechne (Frau W. schätzt mich auf 90, die nette Zeitungsdame .... sind wir mal gnädig.... auf 40), dann komme ich nach Adam Riese auf ein Alter von 65 Jahren.

Das baut mich jetzt nicht wirklich auf.



 

5 Kommentare:

  1. Moment mal Frau Lilly, so funktioniert Statistik nicht, um ein möglichst valides und objektives Ergebnis zu erhalten, brauchen Sie möglichst viele Daten. Da ich Sie aufgrund Ihrer jugendlichen, herzerfrischenden Art für vollkommen alterslos halte (also 0 Jahre), kommen wir schon zu einem anderen Ergebnis: 90+40+0 = 130. 130/3 = 43. Also 43 Jahre.
    Kämen noch mehr Schätzwerte hinzu wäre das Ergebnis natürlich noch signifikanter und verlässlicher!

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    1. Vielen Dank für die Blumen!
      Mit der 43 kann ich leben. Allemal besser als die 65.
      Obwohl ich mich grade wie 100 fühle.

      Aber wer hört schon auf Statistiken ?! ;-)

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  2. Also, die Vergrößerungsspiegel, vornehmlich in den Hotelbadezimmern, finde ich rattenscharf. Da kommt mein Zinken so richtig zur Geltung.
    Andererseits zu dumm, der Spiegel spricht nicht. Das wäre manchmal ganz hilfreich.
    Ich kenne mein Häubchen jetzt über dreißig Jahre, aber manchmal so früh am Morgen bin ich schon überrascht.
    Für die einen ist es Spaß, für die anderen Morgengrauen, eben anders definiert ... ;-)

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  3. Eben. Das ist Ansichtssache und Schönheit liegt offenbar im Auge des Betrachters.

    Ich bleibe jedenfalls dabei:
    I hate my Vergrößerungsspiegel !
    Der ist so verdammt ehrlich.

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  4. Ich vermute mal, dass die ältere Dame keine Brille aufhatte und die fehlenden Falten ihrer Kurzsichtigkeit zuschrieb.
    Und da das ganze ja Altersheim heißt, kann es sich ja bei allen anwesenden Personen nur um Menschen ihres Jahrganges (+/-)handeln, was die Dame mit dem messerscharfen Verstand einer erfahrenen 90 Jährigen selbstredend sofort erkannt hat.

    Also würde ich der Dame einfach beim nächsten mal die Brille auf die Nase setzen, dann wird sie ganz schnell ihren Irrtum erkennen und fürchterlich erröten;-)

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