Samstag, 8. Februar 2014

Von Wut, die ich nicht mehr haben will ...

Wie bekommt man sie weg: Wut, die einen zermürbt, auffrisst und verbittert macht?
Wie akzeptiert man Umstände als unabänderbar, weil die betroffene Person sich einfach ausklinkt?
Wie erreicht man wieder ein Mindestmaß an Gelassenheit (und sei es nur eine gesunde LeckmichamArsch-Einstellung)?
Wie?
Ich würde es gerne wissen, oder zumindest ein bißchen an der Erkenntnis nippen.

Diese Woche war verdammt hart was die Kinder betrifft. Der angepeilte Korsika-Urlaub von Exmann mit nur einem der Kinder brachte das eingermaßen austarierte, zarte, neue Familienmobile in`s Strudeln: Der Rebell war so niedergeschlagen, enttäuscht und wütend (dazu kam noch eine Bewerbungsabsage), dass er am Montagmorgen den Schulbesuch verweigerte, weil alles eh keinen Sinn mache. Mal wieder...
Er kennt meine Einstellung, dass ich mir Ehrlichkeit auf die Fahnen schreibe und ihn nicht wegen erfundener Magen/Darmgrippe entschuldigen werde.
Mich überrollten wieder die Gefühle ganz allein mit den Kindern gelassen worden zu sein und als ich seinen Berufsberatungslehrer anrief, um ihm die Situation mitzuteilen, brach ich stimmlich zusammen. Die ganze Beherrschung war weg. Ich schluchzte den Mann an, den ich schon gefühlte Ewigkeiten kenne. Er reagierte gut und wir vereinbarten einen Gesprächstermin  bei mir zuhause, mit dem Rebellen, fernab der Schule.

Ich entspannte wieder etwas. In diesem Punkt zumindest.
Am Montagabend war die Stimmung zwischen den Kindern wegen des verdammten Urlaubes aber wieder so aufgeladen, dass es beinahe eskalierte. Die Kleine will zugunsten des Rebellen verzichten, der rechnet ihr das hoch an, sieht aber dennoch auch die Ablehnung seines Vaters, er lässt seine Wut an der Kleinen aus, die versteht die Welt nicht mehr, weil sie es doch gut gemeint hat - und schon war das Chaos perfekt.
Dazwischen eine Mutter, die gerade von der Arbeit kommt und deren Nerven blank liegen.
Eine wohl typische Situation in einem Alleinerziehendenhaushalt.

In mir baute sich unbändige Wut auf. Wut auf den Ex, der durch seine Dummheit Gift schürt und mich mit den Folgen alleine lässt. 
Wut auf den Wochenendpapa, der seine Kinder geschniegelt und gebügelt für wenige Stunden (alle zwei Wochen) am Sonntag sieht, oberflächlichen Smalltalk führt ("Was macht die Schule?" "Geht so..." "Du musst dich hinsetzen und lernen!") und sie dann wieder abgeben kann.

Ich kann mich nicht erinnern jemals so wütend, alleingelassen und verzweifelt gewesen zu sein.
In einem Anfall von Hoffnung auf ein bißchen wiedergefundene Harmonie rief ich Ex an: Gespräch am runden Tisch. Er und ich und die beiden betroffenen Kinder. Weil es nicht sein kann, dass ich seine Hirnlos-Verletz-Aktionen ausbaden muss.
Widerwillig stimmte er zu. Er habe noch Besuch und müsse diesen wegen uns rausschmeißen.
Mir juck. Hat der Idiot eine Ahnung in was allem ich hier zurückstecke?

Ich war emotional dermaßen geladen, dass ich mir zur Beruhigung zwei Gläser Sekt einverleibte.
Zu wenig, um betrunken zu sein, aber genau genug, um einen Touch LeckmichamArsch-Feeling rüberzubringen.
Zuallererst war es ein Akt, den Rebellen an den Tisch zu bekommen. Das klappte auch erst, als ich und nicht sein Vater ihn darum bat.
Exmann warf mir als Erstes vor, ich hätte gelogen und dramatisiert, als ich behauptete, dass Tochter zugunsten des großen Bruders auf den Urlaub verzichten will.
Das könne nicht sein und diese Behauptung sei meiner Phantasie entsprungen, um ihm ein schlechtes Gewissen zu machen.
Was ging ihm das Gesicht auf Halbmast, als die Kinder bestätigten, dass es genau so gewesen sei.
Er kam in`s Trudeln und spielte es herunter und lenkte ab - und ich konnte ihm nur sagen, dass es äußerst arm ist, dass er unseren (das sage ich immer bewusst, um ihn bei der Verantwortung zu krallen) Kindern keine Sozialkompetenz zutraut.
Er ist sich wirklich nicht bewusst, was er an Missgunst gesät hat. Wirklich. Er findet gar nichts dabei und sieht sich im Recht.

Ich möchte das auch gar nicht weiter zerpfücken; darum geht`s mir nicht.
Ich möchte nur gerne wissen, wie ich mich selbst von dieser Wut und Bitterkeit befreien kann.
Ich meine, das wäre doch wirklich mal an der Zeit, oder?
Mir sagen "Ex ist ein Arschloch" und Punkt.
Dass ich aufgrund seiner fehlenden Sozialkompetenz einfach nicht erwarten kann, dass er nach dem Lehrerkrisengespräch diese Woche mal nachhakt, wie es war und was beschlossen wurde.
Oder wie es auf dem Elternsprechtag von Cowgirl lief. Wo sie evtl. noch Hilfe braucht.
Nix. Niente. Nada.
Ich stemme das alles allein und ich komme derzeit aus diesem Ohnmachts-, Wutkreislauf nicht heraus.
Und das frisst mich auf und macht mir richtig hässliche Zornesfalten.
Und ich will keine verbitterte Emanze werden.
Das steht mir einfach nicht.


17 Kommentare:

  1. Tut mir sehr leid zu lesen, was du grade alles mitmachst... leider kann ich dir auch keine Lösung anbieten. Du musst da einfach nur durch.. anders geht es nicht. Und dich damit abfinden, dass dein Ex keine Hilfe ist. Hat er denn vorher Verantwortung übernommen? Wenn ja - er sieht sich als den Verlassenen.. und lässt dich mit Absicht im Stich. Wenn nein - warum sollte er sich in der Hinsicht jetzt ändern? Nur weil du einen Job hast? Da kommen wir wieder zum Punkt: er sieht sich als den Verlassenen - "du hast es ja so gewollt".... na ja. Ich kann dir nur sagen, dass es sich irgendwann ändert. Zwangsläufig. Deine Kinder kannst du davor nicht bewahren, den Vater so zu sehen, wie er nun mal ist. Sie werden merken, dass sie sich IMMER auf DICH verlassen können. Das ist das Wichtigste. Und wenn es hart auf hart kommt kannst du dich auf die Kinder verlassen! Auch wenn es schwer ist - du schaffst das! Und die Kinder auch! Sie werden daran wachsen und ihren Vater zwar lieb haben, aber den Respekt verlieren... irgendwann wird er das merken und hoffentlich was ändern. Darauf kannst du dich aber nicht verlassen.. aber du bist stark und du nimmst dir Hilfe, wenn du sie brauchst, das ist bewundernswert. Kein falscher Stolz zur falschen Zeit! Das mit dem Lehrer ist schon mal eine gute Sache.
    Zum Rebell und den Bewerbungen: ich hab mich mit meinem Sohn zusammengesetzt und mit ihm überlegt, wie die Möglichkeiten für ihn aussehen... von seinen Träumen musste er leider Abschied nehmen... wir haben gemeinsam gesucht, für welche Berufe dringend Azubis gesucht werden, wo man also mit einem (wie im Fall meines Sohnes) etwas gebrochenen Lebenslauf und schlechten Noten noch eine gute Chance hat, eine Stelle zu finden. Dann habe ich ihn herumgefahren und ihn die Bewerbungen und Praktikumsgesuche persönlich übergeben lassen. Er hat dabei auch gleich gesehen, dass diese Berufe zwar vielleicht nicht so den tollen Ruf haben wie "was mit Computern"... aber dass da doch durchaus Möglichkeiten bestehen, gut zu verdienen (die Autos vor den Firmen.... lach..). Seine Motivation wuchs, er bekam ein Praktikum, er hat dort 2 Wochen lang das Beste gegeben - inzwischen hat er die Lehrstelle und auch schon die Probezeit bestanden. Es läuft nicht immer super, aber er hat den festen Willen das durchzuziehen.. er hat jetzt also noch 3 Jahre, um erwachsener zu werden. Vielleicht geht dieser Weg für den Rebellen ja auch? Ich weiß, das kostet Zeit... die du nur begrenzt hast... aber es lohnt sich! Mein Sohn hatte schon diverse Erfolgserlebnisse, das tut ihm gut - und der Meister mag ihn.
    Ich drücke dir und deinen Kids die Daumen... alles wird gut!!!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für deine ausführliche Antwort!
      Das mit deinem Sohn hört sich gut an und ich sehe da viele Parallelen zu meinem Rebellen.
      Ich bewundere deine Kraft das so durchzuziehen. Mir fehlt sie im Moment, aber immer hin konnten am Freitag nochmals 5 Bewerbungen auf die Reise gehen...wenn auch per Post ;-)

      Die Jungs wachsen mit ihrer Aufgabe und meinem fehlt im Moment die Motivation und ein Erfolgserlebnis.
      Im Gegenteil: Er baut im Moment ein blöder Mist nach dem anderen. Energie wäre also da, nur leider setzt er sie falsch ein.

      Exmann hat sich früher im Rahmen seiner Möglichkeiten um die Kinder gekümmert. Die Arbeit im Background organisierte ich, aber er war ein liebevoller, wenn auch nicht selbst planender Vater.
      Deshalb schmerzt es um so mehr...
      Auch die Zuneigung, die er ungerecht verteilt und nicht nach seinen Söhnen, sondern nur nach seiner Tochter fragt...das stiftet Missgunst und Unruhe.

      Obwohl er letztendlich die Scheidung eingereicht hat, sieht er sich nach wie vor als Verlassenen; ich habe ihn um seinen Lebensentwurf betrogen und das wird er mir immer und ewig vorhalten.

      Ja, ich arbeite wirklich hart daran eine andere Einstellung zu bekommen.
      Ich hoffe, ich schaffe das....

      Löschen
  2. Also, Du hast Wut auf Deinen Ex und er soll dieses so und jenes so machen, ansonsten ist er für Dich ein Arschloch.
    Falsch, Du hast da nämlich ein Gefühl für ihn, nämlich die Wut. Und solange Du irgendein Gefühl für ihn hast, wird Dich das runterziehen.
    Lass ihn. So, wie er ist, ist er, Du hast die Konsequenz gezogen. Wenn er als Vater so ist, ist er eben so, für die Kinder ist das in der einen oder anderen neuen Situation ein weiterer Lernprozess, aber ich erlaube mir, zu behaupten, sie sind groß genug und wissen es längst, wie sie es einschätzen sollen. Sie machen es ja auch schon ein Leben lang mit ihm mit ... ;-)

    Stelle Eure Beziehung, die Ihr lebenslang als Eltern habt, auf einen Business-Level - neutral, sachlich, keine Emotionen, gemeinsam nach Lösungen für die Kinder suchen, keine Schuldzuweisungen.
    Dann ist er auch kein Arschloch mehr, sondern mehr oder weniger ein neutraler Geschäftspartner. Wenn Du ihm das so vorlebst, wird er es sicherlich irgendwann auch kapieren. Glückauf!

    AntwortenLöschen
  3. Entschuldige, das hört sich alles sehr logisch und wohlwollend an - für mich hat die Sache aber einen Haken: Ja, mich hat vieles gestört (besonders die Dinge wegen denen ich ihn letztendlich verlassen habe), ja, ich habe die Konsequenz gezogen....
    aber ich wehre mich dagegen in das Horn so vieler zu blasen und zu sagen "Ja, er ist halt so und wenn er keine Lust mehr hat sich um seine Kinder zu kümmern, dann ist das eben so."

    Mal ganz ehrlich: Ich als Mutter kann auch nicht sagen, dass ich keinen Bock mehr habe mich um meine Kinder zu kümmern.

    Ja, auf neutraler Geschäftspartnerebene wäre eine gute Basis, aber was, wenn einer der Partner die ganze Arbeit macht und der andere sich nur die Rosinen rauspickt? Es mit ihm gar nicht möglich ist gemeinsam nach Lösungen zu suchen?

    Ok, vielleicht würde mir alles leichter fallen, wenn ich sagen würde, dass er halt so ist und ich nichts zu erwarten habe...aber davon bin ich noch meilenweit entfernt.

    Vielleicht schaff ich das irgendwann einmal...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich glaube, Blogspargel meint das nicht so, wie du es beschreibst... sondern eher so, dass du dich für dich von dieser Wut lösen sollst... da du die Situation ja momentan nicht ändern kannst. Soll es dir also leichter machen.. Ein Geschäftspartner, der sich nur die Rosinen rauspickt bekommt eben keinen Bonus. Fertig. Der Bonus ist in dem Fall die Zuneigung der Kinder. (Blogspargel, ich hoffe, ich hab das jetzt richtig interpretiert..)

      Löschen
    2. Ich weiss.....
      Ich arbeite dran.

      Löschen
  4. Vorgestern bin ich durch einen anderen Blog auf Deinen Blog gestoßen und dachte mir "lies mal", gestern habe ich ihn dann nun komplett durchgelesen und bin entsetzt... entsetzt darüber, dass Du hier einfach über MEIN Leben schreibst! ;)
    Wüsste ich es nicht besser, würde ich sagen, Du hast meinen Ex an der Backe, aber 1:1.
    Er ist ein überhebliches Ar***loch, will seinen erwachsenen Kindern heute noch klarmachen, dass Vaters Wort Gesetz ist und hat nur 3 Themen: sich selbst, sich selbt und sich selbst.
    Wir sind seit 11 Jahren geschieden und glaube mir, die Wut und der Hass sind nie vergangen. Sie haben sich mal verlagert, aber weg waren sie nie. Ich habe auch immer zu hören bekommen "lass ihn", oder "hör doch nicht hin" oder "Du bist für die Kinder doch sowieso das Wichtigste und nicht er", aber ich wollte und will das nicht hören, ich kann Dich da voll verstehen! Es ist eben kein Trost und macht dieses heiße Wutgefühl im Bauch nicht wett.
    Ich würde Dir jetzt gern schreiben, dass es irgendwann vergeht, die Wut und so, aber meine Kinder sind heute 28 und 21 und er maßregelt sie noch immer .... auch meine Wut wird nie vergehen...
    Liebe Grüße
    Petra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Petra,
      Willkommen hier ;-)

      Ich weiss nun nicht, ob ich getröstet oder desillusioniert sein soll: Seit 11 Jahren geschieden und noch immer solche Wut?
      Aber ich kann mir vorstellen, dass man durch die Kinder (und seien sie auch schon erwachsen) auch immer wieder mit dem Ex konfrontiert. Mal ehrlich: Kinderlose geschiedene Ehepaaregehen sich einfach aus dem Weg und können sich somit nicht ankeksen ;-)

      Du scheinst da einen Härtefall erwischt zu haben.

      Ja, ich höre derzeit immer nur dasselbe wie du: "Lass ihn!" , "Hör doch nicht hin!" und auch "Ich kann dein Gemotze über ihn nicht mehr hören..."
      Aber irgendwo muss es raus!!!
      Und wenn nicht hier, wo dann???

      Und wenn es die halbe Welt predigt:
      Ich finde es eben NICHT normal, dass ein Vater sich nach der Scheidung nicht mehr um seine Kinder kümmert!
      Punkt.

      Wir Mütter können auch nicht einfach das Handtuch werfen. Tut das eine Frau ist sie in der Gesellschaft eine Rabenmutter.
      Tut es ein Mann, wird es toleriert ... weil es eben noch so viele andere auch tun und es somit wieder den Status des Normalen bekommt.

      Ich wünsche dir, dass du wenigstens mit deiner Wut gut leben kannst.

      Liebe Grüße
      Lilly

      Löschen
  5. Also, ich erlaube mir die Anmerkung, dass ich nicht versuche, das Verhalten Deines Ex in irgendeiner Art zu entschuldigen. Nein, es geht auch nicht darum, es zu tolerieren. Meine Meinung ist nur, kann man eine im Wege stehende Mauer nicht einreißen, sollte man einen Weg drumrum finden, bevor man sich selbst den Schädel daran einschlägt und sie dann immer noch steht.

    Du tust Deinen Job, indem Du Dich um die Kinder kümmerst, was Ihr offensichtlich vereinbart habt, und das tust Du im besten Sinne. Chapeau! Dies ist jetzt Deine Pflicht. Die Pflicht Deines Ex ist es, als Vater da zu sein. Wie, das ist für Dich offensichtlich die beschriebene Mauer. Kannst Du sie einreißen?

    Dass Euer gemeinsamer Lebensentwurf gescheitert ist, ist ok und ihr habt die Konsequenz gezogen. Dabei gibt es keinen Schuldigen und wenn Kinder da sind, kann es nur Gewinner geben. Wut und vor allem Hass, wie es bei Petra beschrieben wird, machen nur das eigene Leben kaputt. Warum eigentlich?

    Gewinne Abstand und verwalte die Situation, so gut es geht, natürlich im Sinne der Kinder. Mehr geht nicht. Und was "die Gesellschaft" sagt, ist doch sowieso Tinnef ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bin gerade erstaunt über mich selbst, wie sehr ich mich festgebissen habe und immer wieder mit Karacho und Anlauf gegen die Msuer gerannt bin, eine Mauer, die steht wie ein Fels und nicht durchbrochen werden kann.
      Das schockt mich. Meine Verbissenheit schockt mich. Und eben deshalb WILL ich ja aus dem Kreislauf raus!

      Ja, ich versuche meine Pflicht zu erfüllen. Die nehm ich sehr ernst und ich hätte mir vor Jahren nicht vorstellen können, dass es mal so hart werden würde - jetzt, da die Kinder in der Pubertät sind.
      Pflicht von Ex ist es als Vater (wie du schreibst) DA ZU SEIN.
      Genau das ist er aber nicht.
      Genau das macht mich wütend.
      Und genau das kann ich nicht ändern.
      Und das ist unheimlich schwer...

      Blogspargel, ich weiss, was du meinst und ich danke dir für deine klaren Worte.
      Vom Kopf her weiss ich das alles, aber ich bin alles andere als eine coole Strategin. Leider....manchmal.... ;-)

      Ich arbeite dran, denn ich will mich nicht von der Wut auffressen lassen.

      Abstand gewissen - ja, darum geht`s. Notfalls hole ich mir dafür psychologische Hilfe.

      Löschen
  6. ich bin da offen gestanden mit blogspargel auf einer welle.

    er war vorher ein blödmann, er ist jetzt ein blödmann und du kannst ihn nicht ändern. auch jetzt nicht, nach der scheidung. du bist a. nicht seine mutter und b. er ist immer noch ein blödmann.

    ich kann nicht sehen, dass er sich in absehbarer zukunft um seine kinder kümmert. er hat vorher ja auch nur das notwendige getan und die arbeit mit dem rebellen in erster linie dir überlassen oder?

    du kannst ihn nicht ändern, er wird nichts ändern, es wird nicht besser, weil er ist ein blödmann.
    es ist nicht deine schuld, weil er ist ein blödmann.

    mantra?

    ja, psychologische hilfe ist absolut legitim.

    ich war auch rasend vor wut über die show die mein ex abgezogen hat. Und noch vor nicht allzu langer zeit hätte ich am liebsten gemeuchelt!!! da kam es noch mal so richtig hoch.

    aber ich habs abgeschüttelt. nicht weil ich gut abschütteln kann oder es mir egal ist. sondern weil ICH mir nicht egal bin.
    ich habe ihm vergeben. da war die wut weg. und nicht vergeben, weil ich es nicht schlimm finde, was er abgezogen hat oder abzieht, sondern vergeben weil es MICH vergiftet hat. und vergeben deshalb, weil er ein blödmann ist und es nicht anders weiß. blödmänner handeln wie blödmänner und deiner ist ein blödmann. wie meiner. wie viele.

    Muckibude und Sandsack ist auch gut zu empfehlen, weil man die wut dann körperlich channeln kann. Dartboard mit bild drauf und pfeile werfen auch (kann man zur not auch visualisieren...)

    alles gute

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ((((DANKE))))

      Ich arbeite auf Hochtouren daran und ich versuche meine Gefühle anders zu kanalisieren - und richtig: Ich bin MIR wichtig und ich will mich nicht mehr vergiften, denn das zieht mir sämtliche Energie.

      Ein bißchen hat`s schon klick gemacht, wenn auch ganz leise.
      Ich bin mir sicher, dass ich in absehbarer Zukunft nur noch Mitleid für den Blödmann empfinde.

      Ich muss auf MICH aufpassen..... OMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMM.........

      Löschen
  7. Liebste Lilly,

    Leider kann man dieses Gefühl nicht herbeizaubern... Es muss *klick* machen (und das tut es bei irgend einer Dummheit) und dann ist es soweit... Hilft dir jetzt natürlich nicht ABER: komischerweise ist es dann echt vorbei UND ex-A***** riecht quasi, dass es nix mehr bringt! :)))) Tolles Gefühl!

    Glaub mir: DAS KLICK KOMMT!

    Drücke Dich!

    MoselMeg

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich danke dir!

      Hab das Gefühl, dass das *Klick* gar nicht mehr sooooo weit weg ist und ich denke mir, dass das Gefühl dann berauschend ist.

      Ich arbeite dran.

      Löschen
  8. Liebe Frau Kollegin,
    ich reihe mich hier ein, Du kennst ja meinen Arbeitsbereich auch sehr gut *gröhl*
    Also, ich merke, dass ich lässiger werde im Umgang mit dem Blödmann.
    Als ich alles hier durchgelesen hatte, wusste ich auch, warum. Ich hatte Mitleid entwickelt, und zwar ab einem gewissen Zeitpunkt, den ich hier nicht ausbreiten will (gern aber privat ;D ). Dieses Mitleid mit seinem verkackten Dasein hat mir geholfen, den Blick auf die Armseeligkeit seines Verhaltens quasi von oben herab zu lenken. Ich schaue auf ihn herab, weil "er ist ein Blödmann" :D und seine Quittung wird kommen, nämlich: die Kinder werden zu passender Gelegenheit ihm die Quittung präsentieren. Irgendwann, in irgendeiner Form, sei Dir gewiss. Auch das hat mich beruhigt. Alles wird schon so kommen, wie es kommen soll. Ich vertraue darauf.
    ...Außerdem....gehe ich regelmässig joggen, das pustet den Kopf frei. Fokussiere Dich auf DICH. Bleib bei DIR, und lass Dich nicht immer mitreißen. Klar, die Sorge um die Brut macht einen kaputt,ja. Wir tragen sie alleine. Aber...wir tragen sie gut und unsere Schultern sind stark. Auch, wenn wir uns selten selbst anlehnen dürfen. Aber: vergiß nie....Dein Leben hat zwar jetzt andere Schwerpunkte im wahrsten Sinne des Wortes, aber dafür hat es jetzt auch viel freiere Ecken und Nischen, und Du bist frei und kannst Euch selbst ernähren und hast ein Haus und bist frei,kannst tun und lassen, was Du willst (naja...). Du musst Dich nur noch vor Dir selbst rechtfertigen, und manchmal vor den Kindern. Diese Wut ist noch ein Übrigbleibsel aus dem alten Leben, wenn es mal wieder heranzüngelt. Versuche Dir das bewußt anzuschauen. Das ist das alte Leben, dass DU verlassen hast. DU bist hier die Starke. Auch, und gerade, weil Du Schwächen zeigst und dazu stehst.
    Also.....versuche seine verkackte Existenz zu betrachten. Wertfrei, ob er sich es erlauben darf, nicht existent für die Kinder zu sein. Das steht sowieso nicht zur Diskussion.
    Liebe Grüße, Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Eva, WOW...einfach nur WOW !

      Ja, ich hab das alte Leben verlassen und ich bereue keinen Tag meines neuen Lebens. Kein einziger. So hart es oftmals ist und so kaputt mich die alleinige Sorge um die Kinder auch macht.

      Ich weiss, dass es dir genauso geht und ich bin dankbar für unseren Austausch und dass wir uns beeinander auskotzen können; einfach frei raus ;-)

      Mein Problem ist sicher auch meine Gutmütigkeit und dass es bei mir lange (viel zu lange) dauert, bis jemand völlig unten durch bei mir ist.

      Irgendwann sollte mir Ex so egal wie das Sandkorn in meinem Schuhprofil sein.
      Weil: ER IST EIN BLÖDMANN !

      Und: I`m FREE !

      Liebste Grüße, Lilly

      Löschen