Der Rebell hängt im Loch. Kommt nicht mehr raus. Rien ne va plus.
Es ist Montagmorgen und er geht nicht zur Schule. Mal wieder nicht.
"Hat alles eh keinen Sinn!", "Ich schaff`s eh nicht!", "Die Lehrer sagen, ich hab verkackt!"
Und ich als Mutter hab auch verkackt.
Obwohl ich alles mir Mögliche versucht habe und immer noch versuche.
So fühle ich mich zumindest. Verkackt. Alleinerziehende Mutter streckt die Flügel.
Ich habe ihn soeben offiziell auf dem Sekretariat entschuldigt. Mir inzwischen egal, was die Damen denken - ich habe keine 75 Euronen Bußgeld übrig, die ich ohne Anruf locker machen müsste.
Scheixx drauf. Ich habe inzwischen diesbezüglich Hornhaut auf der Seele und es ist mir egal, was gewisse Menschen von mir denken.
Vielleicht nennt man das den puren Überlebenswillen, den letzten aufglimmenden Funken Selbstschutz einer untergehenden, kapitulierenden Mutter.
Den Rebellenerzeuger und seine vatertechnische Inkompetenz habe ich mir zwischenzeitlich auch inne Haare geschmiert. Der lebt sein neues Leben mit neuer Lebensgefährtin und hat Scheuklappen auf. Er holt lediglich noch seine beiden gesellschaftskompatiblen und vorzeigbaren anderen zwei Kinder ab, um mit seiner ebenso sozial inkompetenten Verwandtschaft rauschende Familienfeste zu feiern.
Mir wirft er vor, dass ich unfähig bin, unseren Sohn auf die Spur zu bringen und dass er sich nicht auch noch darum kümmern kann, weil er wegen des Unterhaltes, den er löhnen muss (er zahlt den Mindestsatz; und das nur für zwei der drei Kinder; und ich bekam und wollte für mich noch nie einen müden Cent von ihm) inzwischen dreiundzwölfzig Nebenjobs annehmen musste.
Der Arme. Mir kommen die Tränen.
Was für eine Genugtuung, dass ich dieses Arschloch inzwischen adhoc aus meinem Haus befördern kann.
So. Und nun warte ich auf einen Rückruf des Vertrauenslehrers, der mich in ein paar Minuten anrufen wird.
Der Rest? Keine Ahnung.
"Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:
AntwortenLöschen"Lächle und sei froh! Es könnte schlimmer kommen."
Und ich lächelte, war froh, und es kam schlimmer."
(Ephraim Kishon)
Der Pessimist sagt:"Es kann nicht schlimmer kommen!" Der Optimist sagt:"Doch bestimmt!"
Ich bin nicht optimistisch.
LöschenIch bin nicht pessimistisch.
Ich resigniere...
Ach Lilly, du schaffst das.. irgendwie.. und auch der Rebell wird wieder in die Spur kommen...
AntwortenLöschenVielleicht kannst du einfach nichts mehr tun? Vielleicht muss er erst selbst zur Vernunft kommen?
Ich weiß ja, als Mutter kann man nur schwer aus seiner Haut, aber du hast noch 2 andere Kinder und dich selbst. Wenn der Rebell nicht will, dann will er eben nicht. Du bist jedenfalls nicht dafür verantwortlich! Und lass dir diesen Schuh von NIEMANDEM anziehen, schon gar nicht von deinem bescheuerten Exmann. Der hat doch nicht alle Kerzen auf der Torte! So ein Idiot......
Klar...irgendwie.....keine Ahnung wie, aber irgendwie......*seufz*
LöschenIch seh ja, dass der Rebell leidet und unglücklich ist und das tut zu allem Übel auch noch weh.
Zu Exmann: Wer ist das?
Wie umnachtet war ich fast 20 Jahre?
Hat der überhaupt ein Recht rebellentechnisch auch nur noch einen einzigen Hirnfurz kundzutun?
Idiot ist noch geschmeichelt.