Montag, 26. Mai 2014

Wie fülle ich meinen freien Tag?

Das ist er nun also, mein freier Tag:
Den Morgen habe ich vertelefoniert; mit der netten Schulsekretärin, die mich auf die drohende Bußgeldzahlung hinwies, da Sohn heute die Schule mal wieder nicht besucht (Ich habe sie darauf hingewiesen, dass sie gefälligst nur zur Kenntnis zu nehmen hat, dass ich ihn hiermit offiziell "entschuldige" und dass der Rest sie einen feuchten Kehrricht angeht).
Dann habe ich über eine Stunde mit dem Beratungslehrer telefoniert, was mich insofern wieder etwas heruntergebracht hat, da er mir versicherte, er würde auch weiterhin am Rebellen dranbleiben (Wieso ist der eigentlich nicht sein Vater?).
Die Klasse ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen, darunter auch Schüler mit Mittlerer Reife, die dem Schulstoff leichter folgen können als Schüler mit Ach-und-Krach-Hauptschulabschluss.
Und dann hat`s noch welche, denen absolut alles am Allerwertesten vorbeigeht, die sich aufplustern und produzieren.
Der Rebell hängt irgendwo dazwischen und hat kapituliert. Er weiß, dass er die Prüfung höchstwahrscheinlich nicht schaffen wird und bleibt deshalb dem Unterricht fern.
Kann ich irgendwie nachvollziehen.
Was ich nicht nachvollziehen kann ist die Tatsache, dass die Schule es generell nicht für nötig hält mich zu kontaktieren und ich jeder Information hinterherrennen muss.
Arbeiten, die ich unterschreiben soll? Fehlanzeige.
Elternabend? Gibt es nicht.
Elternsprechtage? Ebenfalls nicht vorhanden.
Und wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist, kommen alle, heben den Zeigefinger und prügeln auf dich ein.

Wichtig ist nun, dass Beratungslehrer und ich den Rebellen davon überzeugen versuchen, dass er die Prüfung trotzdem antritt, trotz wahrscheinlicher Aussichtslosigkeit auf Erfolg.
Das ist hart. Aber mal so richtig hart, denn welcher Siebzehnjährige gibt sich gern die Blöße freiwillig in`s offene Messer zu rennen?!
Eine gescheiterte Prüfung wird aber akzeptiert. Nicht jedoch eine geschwänzte.
Da könnte sein zukünftiger Ausbilder vom Ausbildungsvertrag zurücktreten - wegen Schlendrian und Disziplinlosigkeit seines Lehrlings.
Da der Rebell aber den Hauptschulabschluss in der Tasche hat und er aufgrund dieses Abschlusses den Ausbildungsvertrag unterschrieben hat, bestehen gute Chancen, dass er die Stelle im September antreten kann.
Der Beratungslehrer bot mir an, dass Rebell eine ausbildungsförderne Maßnahme, kurz AFB beantragen könnte, das Formular läge schon bei ihm bereit, welches ich nur noch unterschreiben müsste. Klar mache ich das. Ich werde nach jedem Strohhalm greifen, der sich mir annähernd bietet.
AFB bewirkt, dass Rebell zusätzlich zu seiner Ausbildung quasi Nachhilfe bekommt, um dem Lernstoff folgen zu können.
Hört sich alles gut an, liegt aber an ihm, ob er diese Chance wahrnimmt.
Aber solange es eben noch möglichkeiten gibt werde ich sie ausschöpfen.
Ich will am Ende sagen können, dass ich alles versucht habe, um ihn auf die Spur zu bringen.

Mein freier Tag wird insoweit weitergehen, dass ich mit dem Rebellen zum Hausarzt gehe und mir eine Überweisung zu einem Neurologen geben lassen will, um seiner Schlaflosigkeit auf die Spur zu kommen.
Dafür habe ich heute ich selbstlose Mutter  meinen von langer Hand geplanten Gynäkologentermin abgesagt. Der hätte nämlich auch nix daran geändert, dass ich schon in der dritten Woche überfällig bin. Und nein, ich bin nicht schwanger. Ich habe weder kopuliert obwohl das zur Abwechslung auch mal wieder schön wäre noch glaube ich an die unbefleckte Empfängnis.
Ich komme zu allem Übel höchstscharweinlich in die Wechseljahre (Kollegin A. : "Wechseljahre sind, wenn du dich alt, unverstanden und ungeliebt fühlst." Liebe Kollegin A., so fühle ich mich auch ohne Klimakterium.)

Nun denn, der Frauenarzt kann warten und ich möchte die Überweisung für den Rebellen zu einem Facharzt. Baldriankügelchen bringen uns nun wirklich nicht weiter.

Ach ja, ein durchaus ernstgemeinter Erziehungstipp des Kindsvaters von Interesse?
Is anyone here, der sich diesen Schwachsinn noch antun mag?
Niemand?
Ok, ich muss es trotzdem loswerden. Ist schließlich mein Blog.
Achtung.... *man denke sich hier nun Fanfaren und Trommelwirbel* .....

"Du musst ihn halt schon um 5 Uhr wecken, damit er genügend Zeit hat um bis 7 Uhr wachzuwerden. Ich muss schließlich auch schon um 5 raus."

Ähm, ja...
Danke für diesen geistreichen und innovativen Vorschlag, du Schwachmat.
   

4 Kommentare:

  1. Für das Verhalten des Rebellen gibt es jetzt wenigstens eine Erklärung. Forscher der Universität von Pennsylvania haben rausgefunden, dass sich bei Jungs in der Pubertät die Durchblutung des Gehirns verschlechtert, was sich auf das Sozialverhalten auswirkt: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/pubertaet-gehirne-von-maedchen-jungen-entwickeln-sich-gegensaetzlich-a-971889.html
    Dass sich die Durchblutung des Gehirns bei Jungs während der Pubertät verschlechtert, wundert mich nicht, schließlich fordern andere Organe ihren Tribut. Bei manchen Jungs bleiben diese Durchblutungsstörungen wohl auch im höheren Alter bestehen, was wiederum das Verhalten des Rebellenzeugers erklären könnte…

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    1. Ich danke dir ;-)
      jetzt hab ich wenigstens eine Erklärung. Ich könnte ja den Artikel vervielfältigen und an seine Lehrer/Auszubildende weiterleiten. Sie hätten bestimmt Verständnis für seine Lage ;-)

      Deine Theorie zum Rebellenerzeuger: Strike!!!

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  2. So ein Kommentar kann ja nur von einem Mann kommen: um 5 Uhr wecken, weil er ja auch um 5 Uhr raus muss. Typisch!!! Da sieht man wieder, dass dieser Herr noch niemals einen siebzehnjährigen geweckt hat.

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  3. So sieht`s aus *abwink*.
    Das entbehrt sämtlicher Logik und ist einfach nur hickehackedoof.

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