Ich will das nicht:
Ständig die bemitleidenswerte, jammerige Alleinerziehende sein, die es ach so schwer hat.
Ich habe diese Rolle so übersatt.
Aber warum zwingt man mich immer wieder dazu in Verteidigungsposition zu gehen?
Warum klingt immer unterschwellig mit, dass ich es ja so gewollt habe?
Warum versteht man nicht, wenn ich mich darüber ärgere, dass ich ein halbes Elternpaar bin, das doppelt soviel arbeitet, aber nur die Hälfte verdient?
Teamsitzung vor zwei Tagen.
Oberchefin ist anwesend.Irgendwann wird das Thema "Urlaubsplanung" angesprochen.
Ich habe noch massig Urlaub, den ich beim besten Willen nicht abbauen kann (Fortbildung, Schule, kranke Kolleginnen etc.).
Sommerferien hatte ich gerade mal knapp zwei Wochen, um die ich auch kämpfen musste (während Kolleginnen in Leitungspositionen sich ganz selbstverständlich drei Wochen und mehr am Stück gönnen).
Ich war die erste, die den Weihnachtsurlaub eingereicht hat; schon Anfang des Jahres. Er wurde genehmigt.
Oberchefin meinte nun aber, mir einen Arbeitstag in meine Woche Urlaub zu packen, sodass dieser unterbrochen ist. Begründung: Die Oldies sind zu lange ohne Beschäftigung, wenn ich fehle.
Komischerweise darf ich auch Kolleginnen auf anderen Wohnbereichen vertreten, wenn diese nicht da sind. Jeder ist ersetzbar. What the F*ck!?
Meine Begründung, dass ich alles allein wuppe und Zeit für meine Kinder und für mich brauche, ließ sie nicht gelten. Es kam zum Streit.
Chefin: "Ich hab auch ein Kind. Das kann man auch mal ein paar Stunden allein lassen."
Ich: "Darum geht`s mir nicht. Meine Kinder haben gern sturmfrei, sind selbständig und ich muss sie auch nicht dauerbeaufsichtigen. Es geht mir darum, dass ich inzwischen keine wichtigen Termine mehr, die meine Kinder betreffen, wahrnehmen kann. Ich sage nur: Kieferorthopäde, Elternsprechtage usw. Ich habe einen Anspruch auf meinen Urlaub!"
Chefin: "Ich kann meinen Urlaub auch nicht immer nehmen, wenn es mir passt! Ich muss auch bis zum Umfallen arbeiten!"
Ich: "Sie verdienen aber auch mindestens das Dreifache im Gegensatz zu mir!"
*entsetzte Chefin, die mich am liebsten lynchen würde*
Bin mal gespannt, wie ich beim nächsten Mitarbeiter-Bewertungsgespräch abschneide.
Wahrscheinlich nicht so prickelnd.
Nehme mal an, sie hält mich für unkooperativ.
Und den Extrabonus in Form einer kleinen Prämie werde ich mir in die Haare schmieren können.
Also, Deine Reaktion war vollkommen richtig. Es ist sowieso egal, wie man es formuliert, es wird im ersten Moment immer als Affront aufgefasst.
AntwortenLöschenDer Punkt ist: Pflöcke einrammen, wenn es nicht anders geht. Urlaub ist genehmigt und beantragt, da geht nix mehr drumrum. Du weisst jetzt wenigstens, wie Du dran bist und wenn selbst solch' grundlegende Rechte verletzt werden, die die Basis des Arbeitsvertrags sind, dann weißt Du, dass Du auf der Hut sein musst.
Aber Deine Chefin weiß jetzt, dass sie mit Dir nicht alles machen kann, das ist sehr gut. Wenn sie etwas taugt, wird sie es respektieren.
Und Prämien auf Basis von Sympathie - vergiß es, das ist wie die Möhre am Stecken vor dem Esel, das verstärkt nur das Quasimodo-Syndrom.
Aufrecht währt am längsten!
Ich komme aus dem Pflöcke einrammen gerade gar nicht mehr raus!
LöschenDas raubt mir die letzte Kraft.
Natürlich muss ich meinen Urlaub unterbrechen, bekomme aber als Leckerli einen freien Tag nach dem Schulblock genehmigt. Es ist ein Witz und ich renne gegen Wände.
Und du hast recht: Ich pfeife auf Prämie, auch wenn ich als Alleinerziehende mit jedem Cent rechnen muss!
Bin übrigens schon dabei mich nach einem anderen Job umzusehen, obwohl das wirklich schade ist, denn die Arbeit an sich ...und daran hat sich nichts geändert..... ist meine Berufung und ich liebe ihn und meine Oldies....
Ich kenne das.
AntwortenLöschenAber einen kleinen Tipp am Rande. Man muss dir 2 Wochen am Stück zustehen. Das ist arbeitsrechtlich so geregelt. Du bist sogar verpflichtet dazu.
Vielleicht jammerst du mal rum:
Du würdest ja, aber die Gesetzeslage verlangt es, dass du die 2 Wochen am Stück nimmst....
Leider ist heutzutage zwar so, dass man immer von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie redet, aber die Praxis sieht anders aus:-(
Absolut richtig was die Lady da schreibt. Je nach Anwendung eines Tarifvertrages ist das sogar noch genauer geregelt. Du hast dich richtig verhalten, also keinen Kopf machen und weiter so.....
LöschenDie Gesetzeslage interessiert in einem Pflegeheim mit ständiger Unterbesetzung und Krankheitsausfällen wegen Überbelastung leider herzlich wenig...
LöschenIst leider so.
Ich habe schon mit Gesetzesvorschriften argumentiert -erfolglos.
Argument: "Sie tragen das aber bitte nicht auf dem Rücken der Kolleginnen aus, gell!?"
Sich nichts gefallen lassen ist auf jeden Fall richtig - aber verdammt anstrengend.
AntwortenLöschenUnd ich glaube, ein ungestoerter Urlaub, in dem man sich mal richtig erholen kann, ist mehr wert als eine kleine Praemie. Insofern, lass Dir nix aufschwatzen, natuerlich ist jeder ersetzbar.
Ja, das ist megaanstrengend sich ständig zu wehren.
LöschenDie Prämie können sie behalten;-)
Die nützt mir nichts, wenn ich zusammengebrochen bin.
Bist Du die einzige, die sich mit den Oldies beschäftigt??? Gibts da echt keine andere Lösung/ Alternative?? Der Urlaub ist nicht nur allein für die Zeit mit Deinen Kindern, der ist vor allem auch für Dich - damit DU mal zum Erholen kommst! Ohne zwingende Gründe darf der Arbeitgeber den genehmigten Urlaub nicht zurücknehmen, aber ich hoffe und wünsche Dir, dass Ihr Euch ohne großen Zoff einigen könnt: Fürs Arbeitsklima und für Dich.
AntwortenLöschenEs ist richtig, aufzustehen, sich gerade zu machen - eben um Grenzen aufzuzeigen.
Könntest Du Deinen Urlaub immer nehmen, wie es Dir passen würde, hättest Du nicht so viel Resturlaub. Schwaches, sehr schwaches Argument der Vorgesetzten.
Es wäre echt schade, wenn sie Dich das dann an der Prämie spüren lassen - denn dass man immer auf Dich zählen kann, erkennen sogar wir als Leser.
Nein, ich bin nicht die einzige. Ich habe 9 Kolleginnen, viele allerdings nur mit prozentual nur ganz geringfügiger Anstellung.
LöschenDie Regel ist, dass nur 20% ausfallen, also Urlaub machen können - 80% müssen anwesend sein.
Und das ist schwierig zu Stoßzeiten wie Weihnachten.
Es schmiert ja nicht bnur mich an, auch meine Kolleginnen müssen "verzichten".
Ich stelle mir nur vor: Was ist, wenn ich tatsächlich mal eine Reise buche?
Zahlt mir mein Arbeitgeber dann die Reiserücktrittsversicherung!
Fehlanzeige....
Und es ist wirklich nicht so, dass ich konsequent Arbeit verweigere. Ich mache den Job gerne und investiere mein Herzblut.
Boah!!!!!!!!!!!! Kannst du nicht einfach "in Urlaub" sein und eben nicht für einen blöden Tag verfügbar?! Mann... und gibt es nicht eine Regelung, dass "Erholungsurlaub" so und so lange AM STÜCK stattzufinden hat? *grmpf* Ich hoffe das löst sich... :(
AntwortenLöschenDas frage ich mich auch: Was wäre, wenn ich ne Flugreise geplant hätte?
LöschenNee, hat sich leider nicht gelöst: Ich muss kommen .
Ich: "Sie verdienen aber auch mindestens das Dreifache im Gegensatz zu mir!"
AntwortenLöschenOioi, da haste dich aber mal kurz ins Aus geschossen. So etwas hört kein Vorgesetzter gerne. Egal ob in der gleichen Situation oder komplett anders ...