Samstag, 15. November 2014

Undank ist der Welten Lohn

Mein Job verlangt mir derzeit alles ab. Aufgrund der Fortbildung muss ich im Praktikum in zwei Wochen auf 80 Arbeitsstunden kommen. Das entspricht einem Achtstundenarbeitstag und erscheint auf`s Erste normal. Ich bekomme aber nur 27 Stunden pro Woche bezahlt und der Rest wird mir als Überstunden gutgeschrieben, die ich beim besten Willen nicht abbauen kann, weil zwei meiner Kolleginnen längerfristig krank sind und deren Arbeit mitgetragen werden muss.
Gestern sollte ich nun nach einer sowieso schon harten Woche 10 Stunden arbeiten, weil wir mit den Oldies abends zu einer Veranstaltung gehen sollten.
Schon die Tage davor fühlte ich mich zittrig, schwindlig, kotzübelig und komplett im Eimer - und hab mich trotzdem zusammengerissen und hab mich auf Arbeit geschleppt.
Vorgestern Nacht nun bekam ich Fieber und Schüttelfrost, was auch Morgens noch nicht besser war.
Also rief ich der obersten Chefin an, um mich krankzumelden.
Und was kommt? "Das ist jetzt aber ganz schlecht. Sie wissen, dass sie gerade in einer Fortbildung sind und eventuell ihr Zertifikat auf dem Spiel steht. Und wer geht heute Abend an ihrer Stelle mit den Oldies auf die Veranstaltung?"
"Ich nicht, denn ich bin krank. Und wenn ich komplett zusammenklappe ... Wer kümmert sich dann an meiner Stelle um meine Kinder?"

Ich glaub, mein Schwein pfeift! Ich mag gar nicht wissen, wieviele Überstunden ich schon geschoben habe und wie selbstverständlich für meine Kolleginnen eingesprungen bin!
Jetzt bin ich krank und muss mich noch dumm von der Seite anmachen lassen?

Ich sag`s ja: Solange du funktionierst und brav deine Stunden abbuckelst ist alles im grünen Bereich. Gewürdigt wird das nicht. Ganz nach schwäbischer Art "Nit g`motzt isch au g`lobt!"
Aber wehe, der Sklave klappt zusammen. Dann wird die mentale Peitsche geschwungen.

Im Übrigen bekamen sie in der Schule beinahe einen Lachkrampf, weil ich mich dort für EINEN Tag krank meldete und fragte, ob ich die Krankmeldung kopieren und schicken soll...

5 Kommentare:

  1. .....leider auch hier Alltag. Ich frage mich in solchen Momenten immer wie sich das Thema weiterentwickeln soll. Wie wird die nächste Generation ihre "Arbeit" beschreiten ? Wo beginnt an so einer Stelle die Prävention oder das Gesundheitsmanagement ? Erhole dich und werde wieder fit.

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    1. Das denke ich mir, dass ich damit nicht alleine dastehe.
      Da ich in einem "Gesundheitsberufe" arbeite, verstehe ich noch weniger, dass keinen Wert auf Gesunderhaltung der Mitarbeiter gelegt wird.
      Ja, ich weiss: Der Druck ist hoch, denn die nicht getane Arbeit bleibt ja nicht liegen...es sind Menschen, die versorgt werden müssen... egal, wieviele Mitarbeiter krank sind.
      Aber wann wird endlich der Personalschlüssel aufgestockt?

      Und da wundert es noch, dass man den totalen Frust bekommt....

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    2. Ich ziehe vor jedem Menschen den Hut der sich in einem sozialen Beruf zuhause fühlt. Umso mehr macht es mir Angst wie mit euch umgesprungen wird....*kopfschüttel*

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  2. Man man man....was drehen die alle am Rad!
    Nur noch knüppeln......
    Get well soon!

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  3. Klar ist das schlecht, wenn eine Mitarbeiterin plötzlich wegen Krankheit ausfällt. Schlecht für das Unternehmen. Bei uns klingt dann immer ganz leise im Hintergrund mit: "Muss das denn jetzt sein? Wer weiß, ob die wirklich krank ist und sich nur ein paar ruhige Tage machen wll ......" Misstrauen pur. Da überlegt man es sich zweimal, ob man sich denn jetzt direkt krankmelden kann.
    Andererseits: wenn du dir die Gesundheit ruinierst und dich krank zur Arbeit schleppst, gibt dir keiner was dafür, wenn du dann irgendwann gar nicht mehr kannst. Ist mir passiert, als ich mich trotz nicht erkannter Lungenentzündung mit Hilfe von Tabletten zur Arbeit schleppte. Man WILL ja funktionieren, gerade als Alleinerziehende. Die Quittung bekam ich dann nach einigen Jahren: Lymphom in der Lunge wegen nicht auskurierter Lungenentzündung. Geht auch nicht mehr weg. Seitdem stelle ich MEINE Gesundheit an erste Stelle. Wenn ich nicht mehr kann, dann kann ich nicht mehr. Punkt.
    Also: schon dich, kurier dich aus, egal was deine Vorgesetzten sagen. Passend kommt so eine Krankheit eh nie.

    LG Susanne

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