Samstag, 22. November 2014

Von kleinen BT-Mäuschen

Und das Theater geht weiter....
Nachdem ich letzte Woche zwecks meines unterbrochenen Urlaubs mächtig rebelliert habe, bekam ich nun den endgültigen Dienstplan: Madame Lilly muss nun ihren Weihnachtsurlaub um einen halben (! ..... nennt man das jetzt ein mir Entgegenkommen?) unterbrechen, bekommt aber dafür nach dem achttägigen Schulblock einen Tag zum Regenerieren frei.
Der Schlusssatz in`s Wochenende an mich und meine kämpferische Lieblingskollegin war "Rebellieren sie ruhig weiter! Ein guter Betrieb wird von den Aufmüpfigen weitergebracht. Die treiben das Getriebe an."

Aha. Bin noch relativ ratlos, was ich mit dieser Aussage anfangen soll. Ernst gemeint? Beschwichtigung? Ruhig stellen?

Nach dem, was dann folgte, glaube ich eher an Verarsche.
Rückblick: Vor sechs Wochen stand die monatliche Wohnbereichs-Teamsitzung an. Oberchefin war ebenfalls anwesend. Es kam zur Sprache, dass ein Angehörigenabend stattfinden soll, bei dem ich, als Programmpunkt, über das Thema "Demenz" informieren soll.
Nun war dieser Abend schon vor drei Monaten angedacht und ausgeschrieben - das Timing aber dermaßen ungünstig, denn es fand gerade die Fußball-WM statt. Keiner der Oldie-Angehörigen meldete sich an (Surprise, suprise! Manche Pannen könnte man schon an der Wurzel ausmerzen, aber wer hört schon auf eine kleine BT-Maus wie mich).
Ich jedenfalls war abendelang beschäftigt das hochinteressante Thema "Demenz" einigermaßen kurz und verständlich in einen Vortrag zu packen.
Abend fiel aus, Thema wurde wieder verworfen.

An dieser Teamsitzung wurde nun festgemacht, dass ein neuer Termin angesetzt wird. Dieser liegt in der Zeit meines zweiten Schulblocks, ich bin also, inklusive langer Autofahrt zur Schule, von 7.30 Uhr bis 17 Uhr weg.
Nur mal am Rande: Ich investiere während meiner Fortbildung fast das Doppelte an Arbeitsstunden - unbezahlt, versteht sich.

Ich: "Könnten wir den Angehörigenabend nicht eineinhalb Wochen später ansetzen? Dann wäre meine Schulzeit beendet und ich wäre wieder im Haus?"

Chefin: "Nein, das ist dann zu nahe Richtung Weihnachten. Sie sind doch um 17 Uhr von der Schule zurück? Das reicht doch locker bis um 19 Uhr zum Angehörigenabend."

Ich: "Darf ich sie erinnern, dass ich auch noch Haushalt, Kinder und ein Privatleben habe?"

Schweigen im Walde. Telefon klingelte. Oberchefin verließ damals den Raum, um ein Telefonat zu führen - und kam nicht mehr zurück.

Letzte Woche nun während meines Praktikums entdeckte ich den Aushang auf dem Wohnbereich:
Angehörigenabend an eben diesem besagten Abend, an dem ich nicht kann.
Gut, dachte ich, dann machen sie ihn halt ohne mich.
Beim Weiterlesen packte mich dann aber die blanke Wut:
Der Sozialdienst wird an diesem Abend auch anwesend sein und sie über die Neuigkeiten in der Betreuung und über das Thema "Demenz" informieren.

Tief durchatmen. Wut wegatmen. Lilly Emotionsfackel muss innerlich zum Gänseblümchen werden.

Meine Strategie wandelte ich von "ignorieren, bis Oberchefin persönlich auf mich zukommt" in "mich doof...äh...unwissend stellen um".
Ich bin also zu meiner Sozialdienstchefin (meine unmittelbare Vorgesetzte) gegangen und habe sie gefragt, ob sie eingeladen ist, um den Vortrag zu halten.
Sie verneinte, denn sie wisse von nichts. Somit war nun ganz klar, dass ich einfach übergangen wurde und von mir erwartet wird, dass ich kommen und den Vortrag halten soll - und nebenbei für Fragen zur Verfügung stehe.
Unmittelbare Chefin findet das auch eine unverschämte Sache und steht hinter mir (zumindest in der Theorie ... ich kenne das...)

Dann bin ich zur Stationsleitung gegangen, von der ich aber keinerlei Verständnis bekam.
Stationsleitung (braungebrannt, gerade einen vierwöchigen Karibikurlaub hinter sich ... das nebenbei zum Thema "Gleichstellung". Ich musste erfolglos (!) um meinen einwöchigen zusammenhängenden Weihnachtsurlaub kämpfen):
"Ach, du brauchst doch nur den Vortrag halten und kannst nach einer Stunde wieder gehen."

"Ich finde es unerhört, dass ich einfach übergangen werde und dass über mich bestimmt wird, ohne mich zu fragen! Und wenn gefragt wird und ich verneine werde ich trotzdem übergangen. Es geht mir nicht darum, dass ich nicht grundsätzlich bereit bin den Part am Abend zu übernehmen, aber wenn Ihr auf mich zählt, dann auch zu meinen Bedingungen! Und meine Bedingung ist, dass ich eine Woche später wieder meine normalen Arbeitszeiten habe, ich wieder im Haus bin und somit zur Verfügung stehen kann." 

"Dann klär das bitte mit deiner Chefin ab, dass sie kommt. Einer muss auf jeden Fall kommen!"

Danke für die Arschkarte, die ich schon wieder gezogen habe!!! 


4 Kommentare:

  1. Sach ma, was nehmen die denn für Drogen da im Schwarzwald?

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  2. Nein, du hast den schwarzen Peter nur, wenn du ihn ziehst.
    Bitte Deine Chefin und die Stationsleitung zu einem gemeinsamen Gespräch, erkläre dass du an diesem Tag keine Zeit hast, weil dieser Termin nicht mit dir abgesprochen war und was man jetzt macht. Du bist gerne bereit den bereits ausgearbeiteten Vortrag jemandem anderen zur Verfügung zu stellen, der den Vortrag dann halten und sich mit deinen Federn schmücken kann.
    Zeig die Zähne, Baby und mit deinem unterbrochenen Urlaub sprichst du in diesem Termin auch gleich an. Sage, dass du dieses Jahr noch keinen Jahresurlaub hattest und du gerne weiterhin deine Arbeitskraft weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung stellen würdest du aber dazu auch deine Regeneration in Form eines anständigen Jahresurlaub brauchst und wie man damit nun umgehen könne. Habt ihr eigentlich einen Betriebsrat? Wer ist der Träger der Einrichtung?

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  3. also, wenn du noch keinen Jahresurlaub hattest, dürfen sie den nicht stückeln, soweit ich mich erinnere, müssen da etliche Tage/Wochen am Stück genommen werden. Da gibt es eine Gesetzesgrundlage zu

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  4. siehe hier: http://www.zeit.de/karriere/2010-07/arbeitsrecht-urlaubsdauer

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