Montag, 16. März 2015

Angepisst

... im wahrsten Sinne des Wortes; und zwar von Hundepisse.

Seit nun fast einem Jahr habe ich die untere Wohnung vermietet.
Meine Mieterin arbeitete beim selben Arbeitgeber und so hatten wir uns schnell gefunden, ohne groß zu suchen.
Sie, alleinstehend, unkonventionell, mit Hund, die achtzehnjährige Tochter ausgezogen.
Prima, dachte ich. Das passt. Ich hätte mir nicht vorstellen können mit einem hypersensiblen Ehepaar im Haus zu wohnen, die bei jedem Türzuknallen meiner Kinder und bei jedem Staubkörnchen im Treppenhaus mit Mietminderung drohen.
Außerdem war Cowgirl überglücklich einen Hund im Haus zu haben, mit dem sie bis heute noch regelmäßig Gassi geht.

Nach fünf Monaten trat etwas Bedeutendes ein, was mir die Latschen wegzog: Ihr wurde wegen offener Zahlungen der Strom abgezwackt. Menschenfreundlich doof wie ich nun mal bin, legte ich eine Kabeltrommel zu meiner Stromversorgung - für einige Tage...dachte ich.
Es wurden unbeträchtliche Tage mehr (für die sie mir einen angemessenen Pauschalbeitrag gab).
Das Ende vom Lied: Inzwischen funktioniert ihre eigene Strompipeline wieder - und ich darf mich über eine höhere monatliche Stromkostenabschlagszahlung "freuen".

Ich bin zu doof und zu gutmütig zum Vermieten.
Bis dato, denn gestern ist mir der Kragen geplatzt: Ich war zum Plausch bei meiner Mieterin in der Wohnung. Wir standen im Hausflur und mein ältester Sohn fuhr mit seinem neuen Banker-Nobelhobel vor, um seine Geschwister abzuholen. Ich fragte meine Mieterin, ob ich kurz zum Fenster rausschauen dürfe, sie bejahte und so ging ich an ihr Wohnzimmerfenster.
Als ich wieder in den Flur zurückging, sah ich es (und ich dachte noch, warum es hier so...sorry....nach Altersheim riecht): Auf dem Parkettboden ein riesiger, noch nasser Hundeurinfleck, der sich in seiner Aggressivität durch die Versiegelung in`s Holz gefressen hatte, sodass sich der Boden wölbt.
Ich war sprachlos. Der Parkettboden ist zwar älter, wurde aber immer top gepflegt und war gut versiegelt. Überhaupt war die Mietwohnung gut in Schuss und der Parkettboden trug dazu bei, dass man wirklich nicht von 08/15 Standard sprechen kann.

Meine Mieterin war sichtlich peinlich berührt.
"Ähm, das Stück wird ausgewechselt. Seit ich nachts arbeite, meint der Hund immer, er muss auf den Boden pinkeln."

"Du weisst aber, dass das hochwertiger Parkett und kein Billiglaminat ist? Und Auswechseln bringt nichts, weil man das sieht. Ganz ehrlich: Ich bin geschockt und stinksauer! Und wann hättest du mir das gesagt?"

Es folgte noch ein unproduktiver Wortwechsel und dann war ich so bedient, dass ich ging.
Das Thema ist damit aber nicht erledigt. Da ich selber keinen Hund habe (eben weil ich viel außerhäusig bin und das Tier zu oft allein wäre), eine Frage an die Hundebesitzer, die hier mitlesen:
Kann es sein, dass ein Hund vor lauter Frust/Einsamkeit/Langeweile/Trotz auf den Boden pinkelt? An immer dieselbe Stelle?
Der Hund ist nachts alleine; meine Mieterin arbeitet hauptsächlich Nachtschicht und heult dann oft.
Einmal so extrem, dass an Schlaf nicht zu denken war und ich mir überlegte, runterzugehen, um das Tier hochzuholen (was ich dann aber bleiben ließ .... wehret den Anfängen).
Tagsüber schläft Vermieterin logischerweise erst mal eine lange Zeit, so dass Hund auch nicht groß raus kommt.

Ich will ihr ungern das Messer auf die Brust setzen, aber dass jetzt Stück für Stück die Mietwohnung, meine nötige Einnahmequelle, kaputtgemacht wird.... das geht gar nicht!

Ich bin echt angepisst!

18 Kommentare:

  1. Vielleicht kann die Mieterin als erste Hilfe mal versuchen, ein Katzenklo an die Stelle zu stellen - soll ja Hunde geben, die so etwas annehmen. Oder kann der Hund nicht draussen eine Huette haben oder so?

    Ansonsten geht das natuerlich ueberhaupt gar nicht, man fragt sich echt immer wieder, was die Leute sich so denken. Dass sie den Schaden beheben muss, sollte ja wohl klar sein.

    Als haettst Du nicht schon genug um die Ohren.

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    1. Ich denke, dazu ist es jetzt zu spät.
      Auch Zimmer abriegeln ist indiskutabel, weil alle drei Zimmer mit Parkett ausgelegt sind.

      Ja, hab schon genug um die Ohren und genau deshalb macht mich das so wütend - und weil sie es vor mir verheimlichen wollte.
      Sie hat noch nicht mal die neue Pipilache entfernt, obwohl sie es offensichtlich sah.
      Dass ein Hund mal undicht ist kann sicher passieren, aber dass das als Normalität hingenommen wird macht mich fassungslos.

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  2. Oh Mann. Das ist bitter :( Ich bin kein Hundebesitzer, aber Katzen pinkeln definitiv aus Protest/Angst/Unsicherheit. Unserer hat sich zwar inzwischen eingekriegt (wir sind seine zweite "Pflegestelle" innerhalb kürzester Zeit gewesen), aber für ca. drei Wochen pinkelte er an die seltsamsten Stellen obwohl Katzen doch so reinliche Tiere sind...

    Wie dem auch sei, abgesehen davon dass mir der Hund leid tut, verstehe ich nicht wie man als Halter diese Stelle nicht spätestens beim zweiten Anpinkeln irgendwie absichern kann. Schade um den schönen Boden und ich hoffe sehr und wünsche dir, dass da nicht noch mehr Ärger ins Haus steht.

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    1. Du sagst es: Spätestens, nachdem das ein-, zweimal passiert ist, muss man etwas dagegen tun und nicht nur die Augen verschließen.

      Der Hund ist allgemein unerzogen.
      Sobald meine Tochter nicht aufpasst und die Tür nicht gleich schließt, stürzt der Hund in meine Küche und klaut sich das Mittagessen vom Herd. Auch das ist schon mehr als einmal passiert...

      Da muss etwas im Argen liegen, so wie es anfangs bei euerm Kater war.

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  3. Trotz ist eine menschliche Reaktion, die Tiere so nicht kennen, die wir Menschen aber gerne interpretieren. Ja, aus Frust und Einsamkeit, können Hunde Verhalten zeigen, die "unerwünscht sind. Heulen und Wohnung "umdekorieren" (Sofa, Türen oder sonstiges zerlegen) können das sein. Pinkeln würde ich, nach meinem Wissen, aber ich bin auch kein Hundeexperte und Ferndiagnosen sind sowieso eigentlich unmöglich, eher in den Bereich Hund ist krank/wird zu lang allein gelassen und vorher nicht ordentlich Gassi geführt oder Angstpinkeln setzen. Wobei Angstpinkeln auf nur einer Stelle dagegen spricht. Ist es ein Rüde oder eine Hündin? Wie alt? Grundsätzlich ist es so, dass Hunde ihr eigenes "Nest"/Zuhause nicht verschmutzen, außer eben sie sind krank oder haben keine andere Möglichkeit.

    Pistole auf die Brust erzeugt immer auch Blockade auf der anderen Seite und ist für beide Seiten unschön, aber im Sinn des Hundes muss was passieren. Das ruhige Gespräch suchen und nach einer Lösung suchen, wird wohl die einzige Möglichkeit sein. Ist es wirklich "nur" ich kann nicht alleine bleiben, dann muss sie sich entweder eine Übernachtungslösung suchen oder im Sinn des Tieres einen neuen Platz suchen. In dem Zusammenhang fehlt halt auch das Wissen, ob der Hund schon immer in der Wohnung laufen lässt....

    Unschön und auch wenn ich einen Hund habe, wenn die Wohnung voll gepinkelt wird hört es absolut auf.

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    1. Da fällt mir noch was zu ein. In NRW muss ein Hund, der über 20kg wiegt und über 40cm hoch ist haftpflichtversichert sein, der Schaden wäre somit ein Versicherungsfall, falls der Hund da rein fällt, dann ist zumindest die "Angst", dass sie es nicht zahlen kann geringer...

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    2. Goldi, es ist eine Hündin, Labradormischling, und sie ist 8 Jahre alt und ansonsten ne ganz Liebe und Anhängliche.
      Meiner Meinung nach kommt sie zu wenig raus - und wenn, dann nur, um kurz zu pinkeln.
      Ich selbst gehe nicht mehr mit ihr Gassi, da sie die Angewohnheit/Störung hat ständig und grundsätzlich auf den Gehweg zu kacken..... ist mir mit ihr in der Fußgängerzone mit ihr passiert. Die Reaktionen waren dementsprechend...verständlicherweise. Klar, die Hinterlassenschaft hab ich vom Asphalt gekratzt. peinlich war`s trotzdem.

      Meine Mutter meinte, ich solle meine Mieterin vor die Wahl stellen: Hund weg oder ausziehen.
      Werde ich (noch) nicht anvisieren. Ich versuch`s erst mal per klarer Ansage, dass sie sich eine Lösung einfallen lassen muss. Den Hund, wie du vorschlägst, nachts woanders unterzubringen (ihre Tochter wohnt eine Straße weiter) wäre eine Möglichkeit.

      Wie gesagt, mich nervt besonders die Ignoranz und dass man mich für dumm verkaufen will.
      Das Problem besteht offensichtlich nicht erst seit gestern.
      Irgendwie scheint sich dieses "Wegsehen" wie ein roter Faden durchzuziehen. Ich meine, ein Stromlieferungsstopp kommt auch nicht von heute auf morgen. Da muss man schon sämtliche Warnungen und Mahnungen ignoriert haben.

      Von mir aus kann jeder seinen eigenen Wohnstil in meiner Mietwohnung ausleben. Wenn man schwarze Wände danach wieder überpinseln kann...meinetwegen.
      Aber mein wertvolles Parkett lass ich mir nicht ruinieren!
      Notfalls gibbet Krieg!

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    3. Oki, Hündin, kastriert mit Sicherheit und dann bei dem Alter und wenig Auslauf ist das Problem eigentlich schon fast klar. Viele kastrierte Hündinnen werden im Alter inkontinent, in vielen Fällen kann man mit entsprechenden Medikamenten was dagegen tun, nutzt nur Deinem Parkett wenig bis gar nix, denn neben Medis braucht so ein Hund eben regelmässige Gassigänge.

      Das Kacken auf dem Gehweg zeigt eigentlich auch, dass der Hund es nie richtig gelernt hat, normalerweise suchen die sich alle Gebüsch oder zumindest Untergrund wo sie verscharren können...

      Nachts woanders unterbringen löst dann zwar das Problem mit dem Jammern, das Parkett wird es nicht schützen, denn sie hat ja tagsüber, als jemand da war gepinkelt, was widerum zeigt, das sie undicht ist oder aber zu lange aushalten musste.

      Das "Wegsehen", ich hoffe für Dich, das es sich so lösen lässt, habe aber so das Gefühl, dass das noch sehr unschön werden könnte, tut mir leid.

      Ich drück die Daumen, dass es anders läuft.

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  4. Der arme Hund.
    Vielleicht ist die Tochter der Mieterin die Lösung.
    Da kann ich wenig zu sagen, da ich ja die Umstände nicht kenne. Aber es scheint so zu sein, dass der Hund zu wenig raus kommt.
    Zu deinem Parkett kann ich nur sagen, halte Dad schriftlich fest. Lasse dir von der Mieterin eine Unterschrift geben, dass sie für den Schaden aufkommt. Grundsätzlich ist das keine normale Abnutzung sondern eine reparaturpflichtige Beschädigung der Mietsache, die fachmännisch repariert werden muss. Du hast die Möglichkeit dir einen Kostenvoranschlag machen zu lassen um die Schadenhöhe einzugrenzen.
    Außerdem kannst, nein solltest du die Mieterin schriftlich auffordern die Ursache zu beheben. Sie muss sich entweder mehr um den Hund kümmern oder ihn über Nacht wo anders hin bringen, sollte das nicht helfen musst du ihr vermutlich leider kündigen um weiteren Ärger zu vermeiden. Klingt hart und ich vermute die Frau hat ganz andere Probleme. Für mich klingt das nach einer Angststörung. Vielleicht kam sie kenne Post öffnen. Das gibt es. Vielleicht kannst du mir ihr reden was die Ursache ist. Dann kommt es vielleicht nicht zum Eklat.

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    1. Es ist wirklich schade, weil ich ansonsten gut mit ihr auskomme, da sie relativ unkompliziert ist.
      Meine Kinder sind nicht die leisesten und von daher bin ich über eine geräuschtolerante Mieterin sehr froh.

      Sie wollte die Stelle im Parkett auswechseln lassen, aber damit ist es nicht getan, da das farblich auffallen würde.
      Ich bin im Grund-, und Eigentümerverein und die bestätigten mir schon damals, dass der gepflegte Parkett die Mietwohnung über`s Mittelmaß hinaushebt. Nun denn..... der ist im A*sch :(

      Und ja, sie hat offensichtlich Angst Post zu öffnen....

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  5. hallo Lilly,
    habe bisher immer nur still mitgelesen, wollte dir aber bezüglich der höheren Stromabschlagszahlung sagen:
    ruf mal bei dem Stromversorger an und schildere die Situation, dann kannst du dich normalerweise wieder auf die alten Abschlagszahlungen setzen lassen. Hatte mal ein ähnliches Problem nach einem Wasserschaden und damit verbundenem höheren Stromverbrauch für die Trockenplatten. Sollte eigentlich funktionieren!
    Zum Hund kann ich leider nix sagen, ausser: :-/
    liebe Grüße, Lisa

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    1. Hallo Lisa,

      Danke für den Tipp!
      Werde ich machen ;-)
      Daran habe ich nicht gedacht....

      LG
      Lilly

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  6. Normalerweise beschmutzt ein Hund nicht sein eigenes Lager (also die Wohnung). Wenn es immer die gleiche Stelle ist, auf die er/sie pinkelt, gibt sie damit ein Signal, um Aufmerksamkeit zu bekommen. In erster Linie wohl deshalb, weil sie nicht genug vor die Türe kommt. Und wenn er dann auch noch jammert, ist das für mich persönlich ganz klar ein Zeichen, dass der Hund vernachlässigt wird und seinen Bedürfnissen in keinster Weise entgegen gekommen wird.
    Ich habe selbst einen Collie/Labradormix und die brauchen nun mal a. anständig Auslauf und Freilauf und b. Beschäftigung.Und wenn sie das dem Hund nicht gibt, machen die eben Faxen.
    Meiner ist an den Tagen, an denen ich im Laden bin, auch etliche Stunden alleine. Seine einzige Marotte seit einiger Zeit ist, dass er die Post frisst (ich habe den Briefkastenschlitz in der Haustüre). Also hab ich das verbarrikadiert und ihm die Möglichkeit dafür entzogen. Ansonsten macht er aber zum Glück nix.
    Der Hund will ganz eindeutig, dass man sich mit ihm beschäftigt, er ist einsam und fühlt sich von seinem Rudelführer abgelehnt.
    Der arme Hund.
    Und ja, du bist zu gutmütig. Es gibt Grenzen beim Verständnis haben.

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    1. Ja, weiss, dass ich zu gutmütig bin...

      Meine Tochter ging bis vor einiger Zeit viel mit dem Hund raus. Momentan hat sie viel Nachmittagsschule und kann somit nicht.
      Ja, dem Hund ist offensichtlich langweilig. Neulich hat sie sämtliche gelben Säcke zerfetzt und im Hausflur verteilt.
      Hund will beschäftigt werden....

      Hund ist nicht meiner, aber die Gutmütigkeit leider schon.
      Aber auch die hat Grenzen.

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  7. Ach ja, diese Zwickmühle, in der man steckt, wenn man bekannten Menschen eine Wohnung vermietet. Man traut sich nicht, "böse" zu werden, um ein gutes Verhältnis nicht zu beenden. Lass Dir gesagt sein: Es wird so kommen. Darum mache ich sowas nie wieder. Und ich habe jetzt auch eine Vermieterrechtsschutzversicherung. Weil ich nie wieder draufzahlen will. Ich wünsche Dir, dass es gut ausgeht.

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    1. Tja, Erfahrungswerte....
      Ich würde es auch nie wieder tun.

      Danke, aber mir schwant Übles.

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  8. Schau mal hier:
    http://www.mieterbund-hessen.de/media/downloads/Tierhaltung.pdf

    Du kannst den Hund "abschaffen" lassen, wenn es durch die Tierhaltung zu erheblichen Störungen oder Belästigungen für die Mitbewohner kommt.

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